Das Blasorchester "Original Concordia" Albaxen besteht derzeit aus 65 aktiven Musikern,
die im Schülerbereich, Juniorenblasorchester und Seniorenkapelle tätig sind.
Desweiteren wird der Verein von zur Zeit 45 förderaktiven Mitgliedern unterstützt.


Das Juniorenblasorchester ist aus dem heimischen Raum nicht wegzudenken.
Ein breites Repertoire, daß von großen klassischen Bearbeitungen bis zu volkstümlicher Blasmusik
im modernen Sound reicht, zeichnet dieses Orchester aus. Sei es für große Volksfeste,
kirchliche Feierlichkeiten, Tanz- und Unterhaltungsmusik, aber auch Musik für den kleinen Rahmen
wie Ständchen und Geburtstagsfeiern, das Albaxer Blasorchester wird gerne verpflichtet.
 Einen besonderen Raum im Vereinsleben nehmen die in Eigenregie durchgeführten Konzerte
 ein, wie zum Beispiel das traditionelle Frühjahrskonzert im Burghof der Tonenburg, Albaxen.
Auch ist bereits die nächste Generation im heutigen Schülerorchester dabei.


Auch die Seniorenkapelle hat ihren festen Platz im Vereinsleben.




Zur Zeit umfaßt die Kapelle 20 Musiker. Manche dieser Musiker sind bereits über 50 Jahre aktiv
und immer noch aus Spaß an der Musik dabei. Kurkonzerte, kirchliche Anlässe und Ständchen
nehmen einen breiten Raum ein und die Anzahl der Auftritte unterscheidet
sich kaum von denen der Junioren.


Chronik des Vereins
I. Anfänge

In der Zeit von 1901 bis 1909 war Josef Henneke aus Albaxen Bataillonstrompeter des 55er Regiment Graf Bülow von Dennewitz in Höxter. Nach seiner aktiven Dienstzeit blieb das Musizieren sein Hobby. Zunächst schloss er sich der in Stahle schon bestehenden Blaskapelle an. Schon bald wuchs in ihm aber der Gedanke, auch in Albaxen eine Blaskapelle ins Leben zu rufen. 1925 gründete er gemeinsam mit Heinrich Marx, Fritz Marx, Hubert Hennke und Albert Hesse das „Blasorchester Concordia“.
 


Ein Foto aus den Gründerjahren (v.l. Josef Henneke, Heinrich Marx, Werner Ostermann,  Fritz Marx, Edmund Deiters, Andreas Warnecke, Klemens Henneke, Fritz Struck)

In der folgenden Zeit war es oftmals schwieriger Instrumente und Noten zu beschaffen, als Zuwachs an Mitgliedern zu gewinnen. Die Musikkorps der heimischen Garnisonen in Holzminden und Höxter wurden diesbezüglich öfter aufgesucht. Manches Instrument konnte durch den Tausch von Wurst, Eiern und Speck eingelöst werden. Noten wurden entweder geliehen oder aber selbst geschrieben. Die Arbeit des damaligen Hauptlehrers Wilhelm Schoppe, der eine Vielzahl von Noten geschrieben hat, ist hier besonders zu erwähnen.

Zu den Proben fanden sich immer mehr Interessierte ein, sodass schon früh eine spielfähige Besetzung entstand. Die Musiker schlossen sich zunächst dem in Albaxen bestehenden Theaterverein unter Leitung von Hermann Düker an. Das Eingeübte konnte so als Umrahmung verschiedener Theaterstücke zum Besten gegeben werden. Bei einigen Stücken standen die Musiker auch als Schauspieler mit auf der Bühne.

Mit den ersten Pfennigen an Gage konnte man allerdings nicht viel anfangen, da die Inflation das Geld entwertete. Diese oftmals harten „Gründerjahre“ wurden jedoch durch die Freude am Musizieren und nicht zuletzt den festen Zusammenhalt der Musiker überwunden.

Josef Henneke hatte in kurzer Zeit eine stattliche Kapelle aufgebaut, die sich mittlerweile auch als Tanzkapelle auf Festen einen Namen gemacht hatte. Die Unterstützung der Albaxer Bevölkerung – auch durch Sach- und Geldspenden – half, die Arbeit fortzusetzen.
 


Tanzmusikkapelle 1934 (v.l. Klemens Henneke, Fritz Struck, Otto Busch, Edmund Deiters, Heinrich Düker, Theodor Voss)

Zu einem wichtigen Bestandteil der Auftritte wurden bald kirchliche Anlässe. 1932 spielten die Musiker erstmals bei der St. Vitus Prozession in Corvey. Bis zum heutigen Tage ist es eine Tradition geblieben, dass diese Feierlichkeiten von den Albaxer Musikern gestaltet werden (im Jahr 2002 zum 70. mal!).

Die Auftrittsorte in den umliegenden Gemeinden mussten damals zu Fuß erreicht werden. Im schwarzen Gehrock zogen die Musiker zu sommerlichen Temperaturen „über Land“.
 


Prozession St. Vitus Corvey 1932 (v.l.: der heutige Ehrenvorsitzende
des Vereins Fritz Struck mit Edmund Deiters)

Der 2. Weltkrieg brach die musikalische Gemeinschaft vorerst jäh auseinander. Einige Musiker kehrten von den Schlachtfeldern nicht zurück.



II. Nachkriegsjahre

Josef Henneke gab nach dem Krieg nicht auf. Schon bald fanden sich die ersten heimgekehrten Musikfreunde wieder zusammen. Es kamen auch einige neue junge Leute hinzu, die das Musizieren erlernen wollten. 1947 wurde mit den Nachwuchsspielern die bis heute bestehende Tradition wieder aufgenommen, nach der Christmette am Heiligen Abend in den Straßen von Albaxen Weihnachtslieder erklingen zu lassen.

Die Albaxer Musiker sorgten jetzt häufiger mit Marschmusik und unterhaltenden Klängen bei Schützenfesten und anderen Tanzveranstaltungen für den richtigen Rahmen.

1955 feierte der Verein sein 30-jähriges Bestehen und hatte – insbesondere durch die zahlreichen kirchlichen Auftritte in der ganzen Umgebung – einen „guten Ruf“ und großen Bekanntheitsgrad erreicht.
 


Das Blasorchester Concordia Albaxen zum 30-jährigen Vereinsjubiläum 1955 auf dem ehemaligen Zeltplatz in Albaxen



III. Gründung des Jugendblasorchesters

Im Laufe der Jahre hat man die Nachwuchsarbeit nicht aus den Augen verloren. 1971 wurde unter Leitung des erfahrenen Musikers Josef Vieth eine Schülergruppe gegründet. Hier fanden sich vielfach Söhne zusammen, die in die Fußstapfen ihrer Väter treten wollten.

Josef Vieth verstand es, seine besonderen musikalischen Fähigkeiten an die jungen Leute weiterzugeben und sie zu begeistern.

Schon nach kurzer Zeit wurden erste öffentliche Auftritte absolviert. 1974 spielte das Orchester zur Fronleichnamsprozession in Albaxen und gestaltete 1975 das Katerfrühstück anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Vereins im Festzelt. In den folgenden Jahre kamen weitere Musiker hinzu. Die Zahl der Auftritte zu verschiedensten Anlässen nahm stetig zu.
 


Erster Auftritt des Jugendblasorchesters 1974 bei der Fronleichnams Prozession in Albaxen (hintere Reihe v.l.: Matthias Voss, Hans-August Düker, Thomas Mühlen, Ewald Filmar, Wilhelm Schoppmeier, Johannes Düker jun., Axel Specht, Elmar Weber und Ausbilder Josef Vieth
vordere Reihe v.l.: Thomas Voss, Manfred König, Stefan Schlenke, Heinz-Dieter Lohmann, Hans-Jürgen Busche, Gerhard Düker, Andreas Timmermann, Norbert Bönnighausen, Andreas Wöstefeld, Elmar Düker

Ein Höhepunkt war es für den Verein 1978 eine Schallplattenaufnahme mitgestalten zu können. Der Kreis Höxter produzierte diese damals in der Aula des König-Wilhelm-Gymnasiums in Höxter mit verschiedenen Musikvereinen der Region.



IV. Neuer musikalischer Weg

Im Jahr 1981 übernahm der ehemalige Profimusiker und Leiter der Musikschule Holzminden, Karel Chalupa, das Amt des Dirigent von Josef Vieth, der aus gesundheitlichen Gründen hierfür nicht mehr zur Verfügung stand.

Chalupa hatte ein gut ausgebildetes Orchester übernommen, verstand es jedoch, die Musiker zu fordern und - natürlich auch durch konzentrierte Probenarbeit - das musikalische Niveau weiter zu steigern. Das Repertoire konnte auf alle Bereiche der Blasmusik ausgeweitet werden. Häufiger waren es jetzt Konzertveranstaltungen bei denen sich das Publikum vom Leistungsvermögen des Orchesters überzeugen konnte.
 


Das Blasorchester Concordia Albaxen 1981

Im März 1985 wurde die erste eigene Schallplatte des Blasorchesters „Original Concordia“ Albaxen aufgenommen, mit der sich der Verein selbst ein Geschenk zum 60-jährigen Bestehen machte.

Im August 1985 wurde ein großes Musikfest gefeiert.
 


Jubiläumsaufnahme zum 60-jährigen Bestehen

Ein besonderes Erlebnis war für die Musiker im Frühjahr 1986 ein Auftritt im Parkstadion in Gelsenkirchen zum Pokalspiel des FC Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach.
 


Auftritt im Parkstadion Gelsenkirchen 1986

Im Juli 1987 ergab sich für die Musiker des Blasorchesters Albaxen die Möglichkeit in einer Fernsehsendung mitzuwirken. Der Saarländische Rundfunk drehte einen Film mit Impressionen des Weserberglandes und Neuhaus i.S. für die „Volkstümliche Hitparade“.
 


Fernsehaufnahmen für die „Volkstümliche Hitparade“
im Schloß Corvey 1987

Nach dem Erfolg der ersten Schallplattenaufnahme folgte auf den Wunsch zahlreicher Musikfreunde im März 1988 eine zweite Produktion, die wiederum sehr erfolgreich wurde.

Nach dem Ausscheiden von Karel Chalupa 1991 übernahm der aus den eigenen Reihen stammende Elmar Düker die musikalische Leitung. Dank seines musikalischen Talents, das er auch als Solotrompeter immer wieder unter Beweis stellt, konnte ein hohes Leistungsniveau gehalten werden. Ein breit gefächertes Repertoire, von der traditionellen Unterhaltungsmusik über Märsche sowie klassischen Interpretationen bis hin zu modernen Blasmusikbearbeitungen, wird den Zuhörern geboten. Derzeit sind rd. 75 Musikerinnen und Musiker im Senioren-, Junioren- und Nachwuchsbereich aktiv.

Zum „Jahrtausendwechsel“ konnte der Verein sein 75-jähriges Bestehen feiern. Aus diesem Anlass fanden einige Konzertveranstaltungen u.a. im Mai 2000 erstmals vor malerischer Kulisse im Burghof der Tonenburg in Albaxen statt. Da im Jahr 2000 das traditionelle Schützenfest anstand, wurde das große Jubiläums-Zeltfest der Blaskapelle - zugleich das 11. Stadtmusikfest des Stadtmusikverbandes Höxter - auf August 2001 verschoben.